Der "Eine Welt Kreis"

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der Johannesgemeinde bietet zum ersten Mal fair gehandelte Produkte an, in aller Vielfalt. Warum ?
Weil wir glauben, dass Gott in seiner unerschöpflichen Gnade Gerechtigkeit und Solidarität mit den Armen
dieser Welt haben will (die Bergpredigt von Jesus in Matthäus 5-7 zeugt eindeutig davon).
Jeden Sonntag bauen Eine-Welt-Gruppen in ganz Deutschland in ihren Kirchengemeinden einen Verkaufsstand
mit fair gehandelten Waren auf und bieten diese nach dem Gottesdienst an: Kaffee, Tee, Honig und vieles
mehr.
Vielleicht aber fragen Sie sich, warum dies überhaupt am Sonntag in unserer Kirchengemeinde stattfinden muss.
Natürlich kaufen Sie normalerweise Ihre Lebensmittel unter der Woche (und nicht am Sonntag)
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in einem Geschäft
oder Supermarkt (nicht an der Kirchentür) ein. Und vor allem, hat denn der Verkauf fair gehandelter Waren
überhaupt etwas mit unserem Glauben an Jesus zu tun? Wir denken ja - und wir möchte etwas davon näher bringen.
Die weltweite Gemeinde Jesu Christi ist die Gemeinschaft des Leibes Christi.
Wenn ein Glied leidet, leidet der ganze Leib. (1. Korinther 12). Wir hören die Stimmen der Geschwister aus
dem Süden und lassen uns berühren durch ihre berechtigte Klage. Wir sind herausgefordert, über unsere
Verantwortung füreinander nachzudenken und ihr gemäß zu handeln, "denn wir müssen alle offenbar werden vor
dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, sei es
gut oder böse" (2. Korinther 5,10). In den Elenden, den Verlierern des weltweiten Wirtschaftens, begegnet
uns der Auferstandene, der zu uns spricht: "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern,
das habt ihr mir getan" (Matthäus 25,40). Im kritischen Umgang mit dem globalisierten Wirtschaften geht
es um nichts weniger als darum, dass wir Christus begegnen oder verfehlen und damit unsere Aufgabe erfüllen
oder ihr nicht gerecht werden.
Wir glauben, dass Gott uns diese Erde gegeben hat, damit wir uns und einander geben, was wir brauchen,
denn wir sollen einander lieben, wie wir uns selbst auch lieben (vgl. Apostel-geschichte 6,1 - 7).
Wenn man sich mit weltweiten Prozessen und Verflechtungen in Bezug auf die wirtschaftliche Globalisierung
beschäftigt, bekommt man den Eindruck, dass es unmöglich ist, sich dem zu entziehen. Wer wirtschaftet, muss
sich beteiligen und sich dabei in Schuldzusammenhänge begeben. Dies meint auch der Seher Johannes, wenn er
die Strukturen der Welt entlarvt, denen man sich selbst im alltäglichen Leben nicht entziehen kann (vgl.
Offenbarung 13).
Allerdings glauben wir, dass es trotz aller unausweichlichen Schuld, die wir als Teilnehmende und Nutznießer
am wirtschaftlichen Prozess auf uns laden, die Möglichkeit gibt, eine gerechtere Form des Wirtschaftens zu
finden.
Unser Beitrag ist klein, und viele werden sagen, dass ist der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein. Aber
jeder Tropfen hilft einer Genossenschaft, Bauern- und Frauengruppen. Und viele Tropfen stärken die
Gemeinschaft mit denen, die der Solidarität bedürfen. Und nicht nur im Kaufen fair gehandelter Produkte,
sondern auch im Gebet.
Hartmut Kowsky
Copyright © 2008 Evang. Kirchengemeinde Dorsten,